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Projekt - G9/G10 - 2025

„In remembering the appalling suffering of war […], we recognize how precious is the peace we have built in Europe since 1945“
(Königin Elizabeth II. im Rahmen eines Staatsbesuchs in Deutschland, zit. nach
www.dw.com )

Wie kann man die Erinnerung an das von der früheren britischen Königin Elizabeth II. 2004 angesprochene „Leid“ fast genau 80 Jahre nach Kriegsende für die Nachwelt ‚greifbar‘ machen…? Noch dazu für eine Nachwelt, in der unmittelbare Zeitzeugen zunehmend fehlen…

Einen Versuch in diesem schwierigen Unterfangen unternahmen die Klassen neun und zehn des Oberharz-Gymnasiums Braunlage in einer Projektwoche, die von Dr. Rainer Bendick vom ‚Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge‘ betreut wurde.

Im Zentrum der Arbeit stand die Erstellung einer Erinnerungstafel für die sog. Ehrengräber des Braunlager Friedhofs, in denen Kriegstote vor allem aus der letzten Kriegsphase begraben liegen.  Abgesehen von gefallenen deutschen Soldaten verschiedener Truppenteile fallen hierunter unter anderem auch sog. ‚Hilfswillige‘, also Menschen aus den besetzten Teilen der Sowjetunion, die in der deutschen Wehrmacht dienten.

Nach einem Kennenlernen und einer Erkundung des Geschichtsortes ging es an die Arbeit. Während sich eine Gruppe mit den Reservelazaretten Braunlages und zeitgenössischen Karten beschäftigte, untersuchten andere Gruppen die Gräberlisten oder nahmen exemplarisch einzelne Biographien von Toten in den Blick. Daneben galt es auch, die lokalen Ereignisse durch Berücksichtigung der Komplexe ‚Zwangsarbeit‘, ‚Zweiter Weltkrieg‘ oder ‚Todesmärsche‘ zu kontextualisieren.

Während eines Stadtrundgangs unter fachkundiger Führung von Herrn Jörg Kühnhold vom Heimatmuseum wurden die theoretischen Ergebnisse greifbar. Einige werden die Stadt nun sicherlich mit anderen Augen sehen…

Wer mehr über das Kriegsende in Braunlage erfahren möchte, ist also herzlich dazu eingeladen, sich die Erinnerungstafel ab Ende Mai auf dem Friedhof anzuschauen. Bei den Recherchen kam es zu überraschenden und schockierenden Ergebnissen…

Ein Besuch lohnt sich!

Ein herzlicher Dank geht an Dr. Bendick vom Volksbund für die umfangreiche Quellenrecherche und die Betreuung der Arbeitsgruppen sowie an Herrn Kühnhold für die Bereitstellung der Quellen und die interessante Museums- und Stadtführung. 

Text und Fotos: Philip Vergas

Quellen: Heimatmuseum Braunlage

 

Der ‚Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.‘ ist eine humanitäre Organisation, die sich im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland der Aufgabe widmet, Kriegstote im In- und Ausland zu suchen und zu bergen, sie würdig zu bestatten und ihre Gräber zu pflegen. Dieses Engagement in der Erinnerungskultur soll die Begegnung und Bildung junger Menschen an den Ruhestätten der Toten fördern. Finanziert wird diese Arbeit zum großen Teil aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. (https://www.volksbund.de/ueber-uns)

 

 

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